Archiv für Februar 2009

*Schröder auf Carters Spuren?

Was ist eigentlich los mit diesem Gerhard Schröder?

Hat er Langeweile auf seinem gut bezahlten Aufsichtsratposten, oder warum treibt er sich im Mittleren Osten rum und spricht mit Schurkenstaatlern?

Schröder hat sich mit dem iranischen Präsidenten Ahmadinedschad hinter „geschlossenen Türen“ getroffen, wo er ihm nach eigener Aussage die Leviten lesen wollte.

Natürlich ist die ganze westliche Welt empört, denn mit den Iranern reden wir schließlich nicht…egal was da komme.

Zuletzt hatte der amerikanische Ex-Präsident Jimmy Carter mit solch einer Aktion auf sich aufmerksam gemacht, als er auf eigene Faust die Führung der palästinensischen Hamas getroffen hat.

Bei Carter, der sich sein Leben lang für Menschenrechte und den Frieden im Nahen Osten eingesetzt hat lässt sich das noch irgendwie nachvollziehen, aber was zum Teufel tut Schröder da, ein Auftakt zu neuem Weltruhm?

Wer weiß, man bleibt dran.

Ich zumindest begebe mich jetzt auf die Spuren Karl Mays und mit dem Rucksack durch das wilde Kurdistan, weswegen ich die nächsten zwei Wochen hier wohl nicht viel bewegen werde, wenn ich dann aber mal angekommen bin gibts brandheisse Exklusivstories aus dem Norden des Iraks!

Also wiederkommen lohnt sich!

Bis dahin,

Raphaelth.

*Time Top Ten Ranking

Ist zwar ein bisschen US-zentristisch, aber die ersten beiden sind einfach absolut top.

http://www.time.com/time/specials/2008/top10/article/0,30583,1855948_1863765_1863767,00.html

Viel Spaß.

*Freiheit oder Sicherheit?

Eine neue juristische Entscheidung in Grossbritannien erlaubt es der britischen Regierung von nun an sogenannte „Terroristen“ in ihre Heimatländer abzuschieben, selbst wenn ihnen dort Folter droht.

Der 48-Jährige Abu-Qatada gilt als „Hassprediger“ und wurde von spanischen Regierungsstellen beschuldigt Al-Qaidas Verbindungsmann in Europa zu sein, doch konnte eine Verbindung mit dem Netzwerk von Osama bin-Laden nie nachgewiesen werden, berichten Reuters und andere.

Auf Grund dieses Mangels an Beweisen wurde dem Jordanier auch nie ein offizielles Verfahren gemacht. Nichtsdestotrotz beschreibt ihn die britische Regierung als einen „significant international terrorist“ und will ihn an sein Heimatland ausliefern, in dem ihm Folter und Misshandlung drohen.

Ursprünglich wurde er unter einem der vielen Gesetze verhaftet, die ganz im Zeichen des „Kriegs gegen den Terror“ standen und es ermöglichten Ausländer unter „Terrorismusverdacht“ ohne eine tragfähige Beweislage festzunehmen.

Das Gesetz wurde abgeschafft, Abu-Qatada wurde dennoch wiederholt festgesetzt und befindet sich auch derzeitig in Haft.

Entgegen dem juristischen Grundsatz, im Falle eines Zweifels für den Angeklagten zu stimmen, setzt Grossbritannien damit grundlegende Menschenrechte ausser Kraft und gefährdet seine moralische Glaubwürdigkeit.

Die Nachwehen der neo-konservativen Ära scheinen also noch nicht ganz verschwunden zu sein, vielmehr entscheidet sich Grossbritannien ein weiteres mal für Sicherheit und damit gegen die Freiheit seiner Bürger.

*Ägyptischer Sicherheitsdienst verhaftet weitere Studenten.

Die beiden Studenten Aly Ahmed und Karim Mostafa wurden diesen Montag nach einer Umfrage zum Campus-Leben an ihrer Universität vom ägyptischen Sicherheitsdienst festgenommen.

Die beiden sind Teil einer Studentenbewegung namens  „Mumkin“ (arab. „Es ist möglich“), die sich für die Verbesserung des Universitätsbetriebs einsetzt.

Mit Hilfe eines Fragebogens wollten sie die Meinung ihrer Kommillitonen zu Themen wie

graduate studies and scientific research, the provision of skills workshops and training, the creation of a summer session for students who need to repeat classes, and the replacement of university security affiliated with the interior ministry, with private security.

, wie The Daily News Egypt berichtet.

Die Ahmed und Mostafa teilen die Überzeugung, dass Studenten die Möglichkeit haben sollten, auf ihre Studienbedingungen Einfluss zu haben.

Nach mehrstündiger Haft und einer Befragung über ihre Motive und „Auftraggeber“ wurden die beiden jedoch wieder frei gelassen.


*Irak – Videos.

Ich bin gerade auf einer US-Militär-Video-Website gelandet, und neben ziemlich vielen schauerlichen, kriegsverherrlichenden Videos, wie z.B. dem ersten hier über den „heldenhaften“ Kampf in Fallujah, bei dem die Marines die komplette Stadt in Schutt und Asche gelegt haben, hab ich auch noch eins gefunden, wo ich mir das Grinsen nicht ganz verkneifen konnte…

Sehts euch selbst an:

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*Atom U-Boote jetzt auch bei Spiegel!

Spiegelonline ist wohl auf meinen Beitrag aufmerksam geworden!
Die schreiben zwar ein bisschen mehr, können aber auch nicht so richtig mehr erklären als man sich selber mit Hilfe von Wikipedia zusammenreimen kann..

Hier auf jeden Fall der Artikel.

*Atom U-Boot Unfall. Keine Angst, nix passiert.

Man sollte doch meinen, dass moderne U-Boote mit aller nötigen Technik ausgestattet sein sollten, gefahrlos durch die sieben Weltmeere zu navigieren, doch ein Unfall im atlantischen Ozean macht neugierig.

Aus irgendeinem Grund (den wir auf Grund der allgemeinen Schmalllipigkeit auf Regierungsseite wahrscheinlich nie erfahren werden) sind ein französisches und ein englisches nuklear-bewaffnetes U-Boot zusammen gestoßen.

Dabei habe es massive Schäden gegeben, aber keinerlei verletzte Crewmitglieder und keine radioaktive Gefahr, wie Al Jazeera berichtet.

Beide Schiffe hätten Das französische U-Boot konnte aus eigener Kraft in ihre Heimathäfen zurück kehren, während das englische anscheinend abgeschleppt wurde, ansonsten bestand jedoch keine Gefahr.

Na dann ist ja alles gut.

*Mein Lieberman!

Avigdor Lieberman, der „Königsmacher von Israel“ scheint nicht nur ein paar ziemlich rassistische Vorurteile gegenüber seinen arabischen Mitmenschen zu haben, sondern er scheint auch ein „Terrorist!“ zu sein.

Der 51-jährige Lieberman hat es bei der kürzlichen Knesset-Wahl durch sein Versprechen, alle Araber aus Israel zu vertreiben, geschafft, drittstärkste Kraft zu werden und somit entscheiden zu können, ob Tzipi Livni oder Benjamin „Bibi“ Netanjahu Ministerpräsident wird. Denn ohne seine Unterstützung kann keiner von beiden eine Mehrheit in der Knesset erreichen.

Doch wie die israelische Tageszeitung Haaretz berichtet, war Lieberman früher Mitglied der Extremistenbewegung „Kach“, welche von der EU, den USA und Kanada als Terroristenorganisation eingestuft.

Angesichts der Tatsache, dass ihr Programm darin besteht alle Palästinenser aus „Eretz-Israel“ gewaltsam zu vertreiben, wahrscheinlich ganz zu recht.

Falls sich die Anschuldigungen bestätigen hieße das konkret, dass Lieberman z.B. nicht in die USA einreisen dürfte. Eine durchaus peinliche Situation so unter Freunden.

Doch vielleicht hat Lieberman im moment auch gar keinen Kopf für solche Kleinigkeiten, denn auch die Untersuchungen wegen Geldwäscherei und Betrug gegen ihn machen Fortschritte, und haben seinen Traum vom Posten des Finanzministers schon zu nichte.

Obama hat mehrere seiner Minister bereits wegen Lappalien wie falsch ausgefüllten Steuerformularen gefeuert, und ein deutschen Landesverkehrsminister ist gerade wegen einer Geschwindigkeitsübertretung zurück getreten, doch in und für Israel gelten ja bekanntlich immer etwas andere Massstäbe.

*Israel fühlt sich ertappt.

In einem Bericht in der israelischen Tageszeitung Haaretz über das Ausbleiben klarer Schritte des US-Präsidenten Obama gegenüber dem Iran hat ein Berater von Merkel angeblich verlauten lassen, dass er hoffe, dass Ahmadenijad wiedergewählt wird.

Dies begründete er damit, dass es besser sei, einen Hardliner zu haben, als einen Reformer wie Khatami mit dem Image eines Pragmatikers, der den Westen über seine Intentionen täuschen würde, und das Atomprogramm trotzdem weiterführen würde.

Wann haben wir so etwas schon mal erlebt? Achja, genau mit dem israelischen Premierminister Rabin, der erst mit US-Unterstützung die Verträge von Oslo ausgehandelt hat, welche das Leid der Palästinenser vertraglich festschreiben,  gleichzeitig aber Siedlungen in ungekanntem Maße gebaut hat, und am Schluss auch noch den Friedensnobelpreis gewonnen hat…

Jaja, diese „Pragmatiker“ die einem Sand in die Augen streuen, da muss man aufpassen, sonst wird man über den Tisch gezogen und verleiht nacher Khatami noch einen Preis…

*Obama bleibt Bush.

Was hatte Obama nicht alles gepredigt? Von Kooperation statt Konfrontation, von ausgestreckten Händen und Rücksichtsnahme auf die muslimische Welt, von Aubauprogrammen statt Bomben, doch für Pakistan, Amerikas „Partner im Kampf gegen den Terror“ scheint das nicht zu gelten.

Vielmehr berichtet Reuters vom bereits dritten amerikanischen Raketenangriff auf pakistanischem Boden unter Obamas Präsidentschaft.

Gerechtfertigt werden diese mit der eher widersprüchlichen Aussage:

„Obama said this week there was no doubt terrorists were operating in safe havens in the tribal regions of Pakistan, and the United States wanted to make sure Islamabad was a strong ally in fighting that threat.“

Unabhängig vom kurzfristigen militärischen Erfolg solcher Raketenangriffe scheint  auch Obama, genau wie sein Vorgänger Bush, nicht die Widersprüchlichkeit solcher Aussagen zu sehen. Denn gerade die grenzüberschreitenden Raketenangriffe sind Grund für die Unterstützung der „Terroristen“ durch die Bevölkerung und gefährden somit auf lange Sicht die pakistanische Regierung.

Erst die Unterstützung der Bevölkerung ermöglicht es den „Terroristen“ sich zu verstecken, wo keine Bombe sie findet und schon Mao Tse-Tung wusste, dass erfolgreiche Aufständische sich in der Bevölkerung bewegen müssen, wie Fische im Wasser.

Gleichzeitig gefährdet die wachsende Zahl unzufriedener Leute die pakistanische Regierung, und während sich alle auf Irans Atomprogramm konzentrieren scheinen viele Leute zu vergessen, das Pakistan die Bombe schon lange besitzt, und das islamischer Fundamentalismus auch hier eine treibende Kraft darstellt.

Doch auch im Jahr neun im „Kampf gegen den Terror“ scheint die Erkenntnis, dass man mit Bomben Terrorismus nicht bekämpfen kann, noch nicht zur US-Administration durchgedrungen zu sein, selbst nicht in die akademischen Zirkel des Dr. Obama.

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