*Jahrestag bringt Iraner nach 11 Tagen Ruhe wieder auf die Straße.

Wie in dem heute morgen veröffentlichten Brief (siehe unten) bereits vermutet, ist es heute am 10. Jahrestag der Studentenunruhen im Iran wieder zu Demonstrationen der Opposition gekommen.

Trotz massivem Aufgebot von Sicherheitskräften  versammelten sich Iraner aller Schichten und Altergruppen auf den Straßen Teherans (und wahrscheinlich auch anderer größerer Städte) um gegen die angeblichen Wahlfälschungen zu Gunsten von Präsident Ahmadineschad zu protestieren.

Die laut Angaben ursprünglich friedlichen Demonstrationen wurden schon bald von Sicherheitskräften mit Tränengas und körperlicher Gewalt angegriffen. Die Zahl der Oppositionellen war jedoch offenbar so groß, dass  es den Regierungskräften nicht gelang sie bis zum Einbruch der Nacht auseinanderzutreiben. Für die Nacht wird mit verstärkten Unruhen gerechnet.

Die Entwicklung gewinnt seine besondere Bedeutung vor allem daraus, dass es dem Regime in den letzten 11 Tagen gelungen war jeglichen Protest zu unterdrücken. Doch auch die Sperrung des Mobilfunknetzes während der letzten drei Tage konnte an der derzeitigen Situation nichts ändern.

Der nun schon seit Wochen andauernde Protest ist die größte Herausforderung, mit der sich die islamische Republik seit ihrer Gründung konfrontiert sieht, wobei die erneuten Proteste nicht nur ein weiteres Zeichen der Unzufriedenheit des Volkes darstellen, sondern auch Oppositionspolitikern im Hintergrund den Rücken stärken dürften, die um Einfluss- und Durchsetzugnsmöglichkeiten kämpfen.

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