*Botschaftsanschlag: Pakistan wieder Drahtzieher?

In Kabul ist heute morgen eine Autobombe in der Nähe der indischen Botschaft detoniert und hat 17 Menschen getötet, sowie 63 weitere verletzt.  Die Taliban haben sich bereits zu dem Selbstmordattentag bekannt, doch die Frage bleibt nach der Motivation, warum gerade die indische Botschaft? Indien stellt keinerlei Truppen in Afghanistan zur Verfügung, und ist auch sonst nicht weiter vor Ort in Erscheinung getreten. Erste zaghafte Spekulationen gehen davon aus , dass der Anschlag nicht von einer Gruppe geplant wurde, sondern, dass ein Staat dahinter stecken muss, wie Al Jazeera berichtet:

„Afghan government and intelligence sources have made clear to Al Jazeera that they believe that foreign hands were involved. This was an operation which was planned by a state and not – I quote – a group of bandits.“ -Al Jazeera

Die Marschrichtung scheint klar zu sein, denn obwohl auch in der Vergangenheit spektakuläre Attentate in Afghanistans Hauptstadt stattgefunden haben, will man offenbar Pakistan die Verantwortung zu schieben – ein nicht unbegründeter Verdacht.

Während Indien traditioneller Erzfeind Pakistans ist, sind die Taliban traditionell enge Verbündete, und im pakistanischen Militär und Geheimdienst gibt es bis heute einflussreiche Gruppen, die nicht mit den USA gegen die Taliban, sondern viel mehr mit diesen gegen Indien kämpfen wollen. Dass dies gegen die aktuelle, offizielle Regierungspolitik geht ist nur auf den ersten Blick verwunderlich, denn schon immer führen Militär und Geheimdienst in Pakistan ein ziemlich eigenständiges Leben.

Ob sich der Verdacht wie zu letzt bei den Anschlägen in Mumbai auch diesmal bestätigen wird, muss sich zeigen, doch wohin in den nächsten Tagen die anklagenden Blicke gehen werden ist jetzt schon klar.

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