*Die USA müssen weiter kämpfen, die Europäer übernehmen die Ausbildung.

Spätestens seit die USA im Jahre 2008 ihre Truppenstärke in Afghanistan um 80 Prozent auf knapp 50.000 erhöht haben, ist der Krieg de-facto unter der Führung der Amerikaner – der NATO droht die Bedetunglosigkeit.

Wie das Handelsblatt berichtet wird mit großer Wahrscheinlichkeit nun auch noch die Niederlande ihre Truppen zurück ziehen, und somit das Gewicht der NATO noch weiter verringern. Angesichts der relativ geringen Anzahl niederländischen Truppen macht dies keinen großen militärischen Unterschied, doch die Symbolik ist nicht zu übersehen -  den Europäer gehen die Geduld aus.

Dabei gäbe es eine Möglichkeit, wie die Parteien auf beiden Seiten des Atlantiks glücklich werden könnten, denn ein bloßer Rückzug kann für keinen in Frage kommen. Dementsprechend läge das große Potenzial der Europäer in einem verstärkten Engagement zur Ausbildung der afghanischen Truppen. Die Übergabe an nationale Sicherheitskräfte ist langfristig die einzige Möglichkeit, das Land zu stabilisieren und extremistische Kräfte zurückzudrängen, und es würde den Amerikanern die Luft verschaffen, sich auf ihren ursprünglichen Auftrag rückzubesinnen: Die Bekämpfung von Al-Qaida.

Ausbildungsmissionen genießen in den Bevölkerungen Europas einen guten Ruf, da es zwar strikt gesehen immer noch militärische Einsätze sind, jedoch ohne all das Blut und die Toten. Dementsprechend hätten die Europäer etwas anzubieten, wenn in zwei Wochen beim Treffen der NATO-Verteidigungsminister, wieder einmal der Ruf nach mehr Truppen erklingt.

Eine Umschichtung der Ressourcen also, weg von militärischen Einsätzen, die oftmals sowieso nur dem Selbstschutz dienen, hin zu einer personell aufgestockten Ausbildungsmission, könnte also nicht nur das Verhältnis zu Amerika wieder verbessern, sondern eventuell sogar noch diesen Krieg einem glimpflichen Ende entgegen führen.

2 Antworten zu „*Die USA müssen weiter kämpfen, die Europäer übernehmen die Ausbildung.“


  1. 1 Christoph Rohde 15. Oktober 2009 um 9:11 nachmittags

    Die Ausbildung in Afghanistan ist völlig unausgegoren. Waffen werden von den schlecht bezahlten Sicherheitskräften, die durch Bestechung die Ausbildung verlassen, auf dem Schwarzmarkt verkauft. Man kann diese Welt nicht mit westlichen Methoden befrieden.

  2. 2 raphaelth 16. Oktober 2009 um 1:24 nachmittags

    Sehr geehrter Herr Rohde,

    vielen Dank für Ihren Beitrag.
    Sie bemängeln die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte als vollkommen unzureichend, und jeder weiß, dass es an Geld fehlt. Ist es denn nichtsdestotrotz so, dass deutsche Truppen dieser Krieg mit begonnen haben, und sich daraus eine gewisse Verantwortung ergibt ihn auch einen geregelten Ende entgegen zu führen?
    Und wenn es nur an der Bezahlung der afghanischen Sicherheitskräfte hängt, dann ist dies ein Problem, dass sich für ein Land wie in Deutschland auch in Zeiten der Wirtschaftskrise lösen lässt – ehrliches Engagement natürlich vorausgesetzt.


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