*Iran und Syrien, Riss in der Allianz?

Überraschende Bewegung im Yemen und Libanon lassen so manchen Beobachter aufhorchen, denn die iranisch-syrische Allianz scheint Risse zu bekommen.

„Impasse Over“ so titelte die New York Times heute und berichtete ausführlich über die überraschende Kabinettsbildung im Libanon, während offizielle syrische Quellen schreiben, dass Syrien das saudische Vorgehen im Yemen unterstützt, im Gegensatz zu seinen Partnern in Teheran.

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Kehrt wieder Ruhe ein im Libanon?

Auf den ersten Blick scheint es, als gäbe es keinerlei Zusammenhang zwischen dem Yemen und dem Zedernstaat, doch mit zunehmendem Einfluss von Staaten wie dem Iran und Saudi Arabien kann kein Konflikt der Region mehr isoliert betrachtet werden. Und so überrascht es nicht, dass Saudi Arabien kurz nach Ausbruch des Grenzkonflikts den Iran beschuldigt die schiitischen Houthi-Rebellen zu unterstützen, um dem saudischen Königshaus zu schaden. Iran weist natürlich alle Vorwürfe von sich – so weit ein altbekanntes Spiel.

Interessant ist jedoch, dass sich Irans enger Verbündeter Syrien zu Wort gemeldet hat, und dem saudischen Vorgehen im Yemen Rückendeckung gibt. Für Teheran ist dies ein klarer Affront durch seinen Partner in Damaskus, und könnte auf eine Verschiebung der Allianzen hinweisen.

Diese gründen weniger auf religiösen Affinitäten, Syriens Führung gilt politisch als säkular, sondern auf den wiederholten top-level Gesprächen zwischen Syrien Präsident Bashir Al-Assad und dem saudischen König Abdullah. Diese hatten sich in den letzten Monaten vermehrt getroffen, um über die Lage im Libanon zu sprechen. Libanon gilt als beliebter Austragungsort der Interessenkonflikte aller Großmächte der Region plus den USA, was in den vergangenen Monaten zum wiederholten Male die Regierungsbildung verhinderte. Das komplexe religiöse und politische Gesellschaftsbild verlangt, dass es stets eine Einheitsregierung unter Einschluss aller Lager gibt, sprich westlich und saudisch unterstützte Christen und Sunniten müssen mit der von Syrien und dem Iran favorisierten Hisbollah zusammenarbeiten. Das dies ein Konzept für erbitterte politische Kämpfe darstellt ist offensichtlich, und so war die monatelang blockierte Regierungsbildung nach der Wahl keine Überraschung. Überraschender war da schon der plötzliche Durchbruch, der gestern erzielt wurde, der zum Teil auf dem Nachgeben des westlichen Lagers beruhte, aber schlussendlich auch des Nachgebens der Hisbollah-Allianz bedurfte.

Ob dies im Sinne des Irans war ist fraglich, bieten doch unstabile Verhältnisse wie in den letzten Monaten große Einflussmöglichkeiten für externe Mächte, weshalb eine Theorie, dass Syrien auf die Regierungsbildung drängte, um bei einem Treffen nächste Woche in Paris gut da zu stehen, sehr plausibel klingt.

Ist dies tatsächlich der Fall, dann spricht dies für eine weitere Emanzipation Syriens vom Iran und für die neue Strategie Frankreichs und der USA, Syrien durch diplomatische Offensiven für sich zu gewinnen, und somit letztendlich die Allianz Iran-Syrien-Hisbollah ins Wanken zu bringen.

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